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Knoten geplatzt – aesthetic racing siegt auch in der VLN

Beim dritten Lauf zur VLN Langstreckenmeisterschaft, dem 59. ADAC H&R-Cup veranstaltet vom AC Altkreis Schwelm, feierte das Bad Honnefer Team aesthetic racing um Dr. Dr. Stein Tveten den ersten Saisonsieg in dieser Serie. „Unser Porsche lief – endlich – einmal absolut problemlos, beide Fahrer waren schnell und fehlerfrei unterwegs, die Boxenstopps liefen gut und auch taktisch haben wir nichts anbrennen lassen! Das war ein verdienter Sieg gegen harte Konkurrenz“, fasste ein strahlender Tveten den Erfolg im Ziel in Worte.

Aber der Reihe nach: Schon beim inoffiziellen Test am Freitag sorgte das Team für ein echtes Highlight abseits des normalen Rennbetriebs. Statt des Porsche 991 kam mit dem Wiesmann MF5-GT eine Stilikone unter den Roadstern zum Einsatz – für die Fans entlang der Strecke ein wahres Schmankerl. Auch die Gäste, die die Taxifahrt über die Nordschleife als Beifahrer von Tveten gebucht hatten, zeigten sich von den Fahrleistungen des Sportwagens, dessen 4,4 Liter Doppelturbo-Motor 685 PS an die Hinterachse überträgt, durchweg begeistert und genossen das Erlebnis in vollen Zügen. Am Samstag war es dann wieder am Porsche 991 Carrera. Schon im Qualifying am Vormittag zeigte sich klar, dass das ganze Team darauf brannte, die Scharte des Ausfalls beim zweiten Saisonlauf auszumerzen und vergessen zu machen. Yannick Fübrich brannte bei sonnigem, aber noch kühlem Wetter mit 8:59.349 Minuten die Trainingbestzeit in den Asphalt. Klare Bestzeit in der Klasse mit über fünf Sekunden Vorsprung auf den Dauergegner, den Porsche Cayman des Mathol Teams, an dessen Steuer sich heuer Claudius Karch und Thorsten Wolter abwechselten.

Fübrich war es auch, der den Start fuhr. Leider konnte er die optimale Ausgangsposition nicht nutzen, sondern musste Karch im Cayman zunächst den Vortritt lassen. Schon im Verlauf der ersten Runde konnte er die Führung in der Klasse aber wieder erobern und in den Folgerunden auch ausbauen. Nach fünf Runden kamen beide Porsche zu ihrem ersten Tankstopp an die Box. Während Mathol den Cayman problemlos abfertigen konnte, streikte bei aesthetic racing kurzfristig die Zapfsäule. Die so verlorenen Sekunden bedeuteten einen erneuten Führungswechsel. Mit vollem Einsatz konnte Fübrich die verlorene Zeit  aufholen und wieder zu Karch aufschließen. Während Fübrich nach zehn Runden zum zweiten Stopp die Box anlief, blieb Karch eine weitere Runde draussen. Nach der elften Runde wurde der Mathol-Cayman nicht nur betankt, sondern bekam auch vier frische Michelins. Am Ausgang der Boxengasse dann die Situation, die das Rennen vorentscheiden sollte. Fübrich konnte nicht nur in Führung gehen, sondern diese auch auf der Grand-Prix Strecke gegen einen hart attackierenden Karch verteidigen. Die ondulierte Heckpartie des aesthetic racing 991 und der Lackaustausch zeugten noch im Ziel von der Intensität dieses Zweikampfs. Fübrich aber blieb vorne und konnte so verhindern, dass Karch den Vorteil der neuen Reifen ausspielen und einen Vorsprung herausfahren konnte. Nach weiteren sechs Runden kam Fübrich in die Box und übergab an Tveten. Da der 991 im Vergleich zum Cayman etwas durstiger ist, dauerte der Boxenstopp bei aesthetic racing etwas länger als bei Mathol, so dass es zu einem erneuten Führungswechsel kam. Tveten konnte jedoch Runde um Runde mit vollem Einsatz die Lücke auf Thorsten Wolter, der von Karch übernommen hatte, zufahren und übergab nach fünf Runden wieder in Führung liegend für die letzten vier Runden erneut an Fübrich. Zwei Runden vor Schluss musste auch der Mathol Cayman mit Wolter nochmals zu einem kurzen Tankstopp, einem sogenannten „Splash and Dash“, an die Box. Nach kurzer Standzeit behauptete Wolter am Boxenausgang noch die Führung. Bei der Einfahrt auf die Nordschleife aber konnte Fübrich vorbeiziehen und in Führung gehen. Am Kommandostand von aesthetic racing kam nun kurzfristig Unruhe auf: Um keine Zeit zu verschenken, war die Spritmenge für den letzten Stint eher knapp kalkuliert worden. Daher erteilte nicht nur der Team-Taktiker, sondern auch ein hyper-nervöser Vater dem Fahrer per Handy wiederholt den Befehl, Sprit zu sparen und moderat mit dem Gasfuss zu agieren! Fünfzehn Minuten später löste ich die Anspannung der „Aestheten“ dann auf und wich Jubelschreien: Fübrich kam aus der Hohenrain-Schikane auf Start- und Ziel und sah als Klassenbester das schwarz-weiße Tuch: Der Klassensieg in der V6 bedeutete gleichzeitig auch Wertungsgruppensieg bei den seriennahen Produktionswagen und einen hervorragenden 25. Rang im  Gesamtklassement. Und um das Bild eines perfekten Rennwochenendes abzurunden hat Yannick Fübrich – so ganz nebenbei – in der zweiten Runde auch noch die schnellste Runde des Rennens mit 8:59.175 Minuten gefahren.

„Die vielen Führungswechsel und der enge Kampf haben eindrücklich gezeigt, dass das heute kein Selbstläufer war. Wir haben aber mit einer tollen Teamleistung und zwei starken Fahrern einen verdienten Sieg errungen“, so Yannick Fübrich, der ausdrücklich die Qualität des Siegerschampus lobte! „Vom  Siegerpodest mit Lorbeerkranz und einer Pulle Schampus auf die Fangemeinde blicken zu können, ist immer wieder alle Mühen wert! Wir haben hart gearbeitet für diesen Sieg und ihn uns wirklich verdient! Danke an jeden im Team und auch an die Mannen von WS-Racing, die uns bei den Boxenstopp geholfen und fehlende Manpower kompensiert haben“, so Tveten nach dem Rennen. „Schon in zwei Wochen werden wir wieder antreten! Vielleicht können wir dann wieder Höhenluft auf dem Siegerpodest schnuppern!“

Und zum Abschluss eine persönliche Anmerkung des Verfassers dieser Zeilen: Habe ich die Spannung der Rennen früher entlang der schönsten Rennstrecke der Welt, der Nordschleife des Nürburgrings, beim Fotografieren genießen dürfen, so ist meine Aufgabe als Taktiker an der Boxenmauer aktuell deutlich  langweiliger! Aber das Gefühl, den Fahrern in ihren vollkommen durchschwitzen Overalls, nach einem siegreichen Rennen vor Glück um den Hals fallen und nur mit Mühe die Freudentränen unterdrücken zu können, wiegt dies alles natürlich mehr als auf. Wie heißt es in einer Kreditkartenwerbung:  „Unbezahlbar!“

 

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