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aesthetic racing startet mit Erfolgserlebnis in die Saison

Platz zwei im Qualifying, Platz zwei am Ende des Rennens: Was sich auf den ersten Blick nach einem ruhigen und vielleicht sogar ereignisarmen Rennverlauf für die Bad Honnefer Motorsportler liest, war in Wirklichkeit das exakte Gegenteil. Das gesamte Team durchlebte ein permanentes Wechselbad der Gefühle. Aber der Reihe nach:

Nach den problembefrachteten Testfahrten vor einer Woche hatten die „men in blue“ unter Leitung von Sven Fischer die gesamte Woche fieberhaft nach den Ursachen der technischen Malaisen gesucht und diese abgestellt. Dennoch schien der Start am Donnerstag noch mehr als fraglich. Bei einer Testfahrt in Mendig lief der Porsche 991 zwar – endlich – problemlos, aber eine Leistungsmessung ergab nur 315 PS und somit im Klassenvergleich ein Manko von gut über 50 PS.

 

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Wurde die Ursache zunächst in der Elektronik und den Steuergeräten vermutet, lag sie in Wirklichkeit in der Auspuffanlage. In der Nacht vor dem Rennen konnte sie ausgemacht und das Problem behoben werden. Im Qualifying reichte es dann zu Platz zwei in der hubraumstärksten Klasse der seriennahen Produktionswagen im Feld der 187 Teilnehmer, die beim ersten Lauf zur VLN-Langstreckenmeisterschaft an den Start gingen. Eine lange Gelbphase mit „Code 60“ (erlaubte Höchstgeschwindigkeit an einer Gefahrenstelle: 60 km/h) sowie ein nicht optimal ausbalanciertes Set-Up verhinderten den Sprung auf Platz eins.

In der Pause zwischen Qualifying und Rennen wurde der Porsche nochmals vermessen und die Einstellung der Dämpfer mit Hilfe der Experten von KW Automotive optimiert. Solchermaßen gut vorbereitet ging das Team mit optimistischer Grundstimmung in die Startaufstellung und auf die Einführungsrunde. Ein gelungener Start von Yannick Fübrich schien den Optimismus dann auch zu rechtfertigen. „Ich konnte unserem härtesten Mitbewerber relativ locker folgen und habe mir schon überlegt, an welchem Steckenabschnitt ich ihn wie packen könnte.“

Daraus aber wurde nichts! Eine Sicherung der Getriebesteuerung hatte sich gelöst und bremste den Porsche ein. Statt eines Angriffs auf Platz eins musste Fübrich zwei Konkurrenten ziehen lassen, bevor er am Ende der dritten Runde die Box ansteuerte. Dort wurde das Problem behoben und Fübrich als letzter der Klasse wieder ins Rennen geschickt. Mit fast einer Runde Rückstand auf den führenden Cayman des Teams Mathol mit den Fahrern Karch/Jacoma und gut sechs Minuten, die bis auf Rang zwei, den Cayman S des Teams Sorg fehlten, begann eine wahrlich fulminante Aufholjagd. Mit Rundenzeiten, die deutlich schneller waren als die der Konkurrenz, schaffte Fübrich es, den Anschluss wieder herzustellen bevor er an Tveten übergab. Dieser setzte die Aufholjagd fort: „10:05 – angesichts der vielen Gelbphasen gar nicht so schlecht für einen ‚alten Mann‘! Weiter so“, wurde er von der Boxenmauer angefeuert.

Aufgrund des frühen, unplanmäßigen Boxenstopps in einem antizyklischen Rhythmus schaffte es Tveten schon wieder bis auf Platz drei in der Klasse nach vorne. Zwar ging dieser beim nächsten Tankstopp mit Fahrerwechsel erst einmal wieder verloren, aber schon bald konnte Fübrich im weiter klaglos laufenden Porsche die dritte Position wieder vom Black Falcon Porsche 991 zurückholen.

„Platz zwei noch zu erreichen wird eher schwer“, konstatierten Vater Jürgen Fübrich und Tveten unisono aufgeregt an der Boxenmauer. Fünf Runden verblieben, um fast dreieinhalb Minuten Rückstand zu egalisieren. In der ersten Runde nach dem finalen Stopp hobelte Fübrich junior gleich 42 Sekunden weg – und so ging es auch weiter. Von der Boxenmauer stets über den genauen Verlauf der Aufholjagd informiert, kam Fübrich immer näher. Zum Beginn der letzten Rennrunde trennten ihn noch 31 Sekunden vom Sorg Porsche auf Platz zwei. „Du musst pushen, gleichzeitig aber auf den Benzinverbrauch achten“, forderte die Boxencrew die Quadratur des Kreises von ihrem Fahrer. Auf dem GPS-Auge war dann für alle virtuell zu verfolgen, wie Fübrich besonders den ersten Teil der Anweisung bravourös umsetzte, dem Konkurrenten immer näher kam und ihn in der Anfahrt zum Karussell auch überholte.

Auch das Benzin reichte und so konnten alle Teammitglieder bei der Zieldurchfahrt an der Boxenmauer einen tollen zweiten Platz zum Saisonauftakt bejubeln. Beim Parc Fermé dann ein Dämpfer für die Taktik-Abteilung an der Boxenmauer: „Mir ist der Stöpsel des Lautsprechers aus dem Ohr gerutscht. Ich habe Eure Ansagen in den letzten Runden gar nicht mehr gehört“, so Yannick Fübrich. „Daher habe ich auch zuerst gar nicht realisiert, dass ich Platz zwei doch noch erobert habe!“

„Heute haben wir nicht den Sieg verloren, sondern Platz zwei gewonnen! Ganz, ganz großes Kompliment an unsere Jungs, die alle ausnahmslos eine Super-Arbeit abgeliefert haben“, so Teamchef Tveten überglücklich nach dem Rennen. Sven Fischer ergänzt stellvertretend für alle Blue Boys: „Wir haben in den zurückliegenden Wochen hart gearbeitet und werden dies weiter tun! Yannicks schnellste Runde zeigt das Potenzial des Fahrzeugs und des Teams! Auch wenn es noch vieles am Auto zu optimieren gilt, so können und werden wir doch in zwei Wochen wieder angreifen!“

Bevor aber in 14 Tagen der zweite Lauf zur VLN-Langstreckenmeisterschaft ansteht, nimmt das Team mit dem Porsche für Tveten und einem BMW 325i für die Neulinge Natalie Weber/Kyle Schut schon am kommenden Samstag an der Auftaktveranstaltung zur RCN Rundstrecken-Challenge auf der Nordschleife des Nürburgrings teil.

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